4-Länder-Treffen: Über Anreize für junge Landwirtschaft diskutiert

12. Oktober 2017

Österreichische Jungbauernschaft organisierte Treffen mit Vertretern der Jungbauern aus Österreich, Deutschland, Südtirol und der Schweiz und diskutierte über die Zukunft der Landwirtschaft.

Alleine die Begeisterung einen Hof zu übernehmen reicht heutzutage nicht aus, um den hohen Anforderungen der Gesellschaft gerecht zu werden. Bei einem zweitätigen Treffen in Wien haben die Vertreter der Jungbauern-Organisationen aus Österreich, Südtirol, der Schweiz und Deutschland aktuelle Themen diskutiert. Bei zwei Betriebsbesichtigungen erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die Praxis. Ein Zusammentreffen mit Bauernbund-Präsident NR Georg Strasser bildete den Auftakt der gemeinsamen Klausur.

Bei den Gruppenarbeiten kam immer wieder die Hofübergabe zur Sprache. Der Altbauer will sein „Lebenswerk“ in gute Hände abgeben, der Jungbauer will den Hof gleichzeitig voller Begeisterung mit neuen Ideen weiterentwickeln. Wichtig ist, und da waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig, dass die Hofübergabe rechtzeitig erfolgen muss. Dass hier Handlungsbedarf besteht, belegen auch die Zahlen: „Österreich hat die drittjüngste Landwirtschaft in der EU, trotzdem gibt es noch Luft nach oben“, unterstreicht Stefan Kast, Bundesobmann der Österreichischen Jungbauernschaft.

Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit

Für Diskussionen sorgte auch das Thema Wertschätzung. Obmann Kast: „Die Lebensmittelproduktion muss wieder mehr wertgeschätzt werden. Wir wollen den Konsumenten wieder neu die Hand reichen, das muss aber auf Gegenseitigkeit beruhen. Über die Zukunft diskutieren kann man nur, wenn man sich gegenseitig respektiert und das fordern wir von der Öffentlichkeit so auch ein.“

Zwei unterschiedliche Hofkonzepte kennengelernt

Am zweiten Tag stand ein Blick in die Praxis auf dem Programm. Dabei ging es für die Gruppe zunächst zum Familienbetrieb „Kainz & Mayer Marchfeldtomaten“. Der Betrieb in Obersiebenbrunn produziert unter einer Gewächshausfläche von 13 Hektar Rispen-, Cocktail- und Cherrytomaten. 7.000 Tonnen Tomaten kommen so auf den österreichischen Markt. Geschäftsführer Thomas Mayer führte die Gruppe ins Gewächshaus und erklärte: „Wir produzieren gentechnikfrei und verwenden ausschließlich geschmacksintensive Sorten. Auf der gesamten Dachfläche wird zudem ganzjährig Regenwasser gesammelt, über ein aufwändiges Rückführsystem hingegen wird jegliches Drainwasser in der Produktion gesammelt, aufbereitet und wieder verwendet.“

Weiter ging es für die Teilnehmer auf den Biohof Adamah. Auf den Hof im Marchfeld wird auf 100ha Bio-Gemüse, Bio-Getreide und Bio-Kräuter angebaut. Die Vermarktung erfolgt über mehrere Standbeine: Zum einen über das „Adamah Biokistl“, über dem die Produkte je nach Wunsch frei Haus zugestellt werden. Zudem werden die Produkte über den Bioladen am Hof oder auf den Marktständen in Wien verkauft. Auf der Webseite gibt es sogar einen Bio Webshop.

Bundesobmann Stefan Kast resümiert: „Wir haben in den zwei Tagen neue Bekanntschaften gewonnen und viel Neues erfahren. Es ist toll zu sehen, wie motiviert die Teilnehmer sind. Die Begeisterung für die Sache ist das, was uns verbindet.“

Bildunterschrift:

Wollen gemeinsam die Landwirtschaft weiterbringen: Vertreter der Jugend aus Südtirol, Österreich, der Schweiz und Deutschland.

Wollen gemeinsam die Landwirtschaft weiterbringen: Vertreter der Jugend aus Südtirol, Österreich, der Schweiz und Deutschland.

Wollen gemeinsam die Landwirtschaft weiterbringen: Vertreter der Jugend aus Südtirol, Österreich, der Schweiz und Deutschland.