Jungbauern und LK Österreich wollen sich stärker vernetzen

26. Februar 2019

Moosbrugger und Broidl mit konkreten Anregungen für die Zukunft

Optimale Rahmenbedingungen für die junge Landwirtschaft standen Ende der vergangenen Woche bei einem Gespräch zwischen dem Präsidenten der LK Österreich, Josef Moosbrugger, und dem Bundesobmann der Österreichischen Jungbauernschaft, Franz Xaver Broidl, im Mittelpunkt. Diskutiert wurden dabei unter anderem die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik, Bioökonomie, Klimawandel, Herkunftskennzeichnung und Bodenverbrauch.

Vollkommen einig zeigten sich Moosbrugger und Broidl, dass die heimische Landwirtschaft, so auch die Jungbäuerinnen und -bauern, mit allen agrarischen Organisationen und Institutionen noch enger zusammenarbeiten sollte, um die zunehmenden Herausforderungen zu bewältigen. Als besonders wichtig für die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft wird eine Absicherung des Agrarbudgets im bisherigen Umfang gesehen. „Die heimische Landwirtschaft zeichnet sich durch höchste Standards im Umwelt-, Pflanzen- und Tierschutz aus. Diese und viele weitere Mehrleistungen, die von der Gesellschaft gefordert werden, müssen auch abgegolten werden“, unterstrich Broidl. Doch auch punkto Ausgestaltung sei es wichtig, die für die junge Landwirtschaft wichtigen Instrumente, wie Investitionsförderung und Top-Up, abzusichern.

Moosbrugger fordert Jungbauern auf, visionäre GAP-Vorschläge zu machen

„Jetzt ist der Zeitpunkt, Leitplanken zu setzen und festzulegen, an welchen Schrauben wir drehen müssen, um die richtigen Weichen für die künftige Agrarpolitik zu stellen. So habe ich einerseits die Ausschüsse der LK beauftragt, praxistaugliche und den Zielen der EU-Kommission entsprechende Maßnahmen zu erarbeiten. Gleichzeitig möchte ich aber auch alle Jungbäuerinnen und -bauern dazu aufrufen, uns konkrete visionäre Ideen und Vorschläge zu übermitteln“, betonte Moosbrugger. „Nur gemeinsam kann uns der schwierige Spagat zwischen den oft überzogenen Anforderungen der Gesellschaft und der Machbarkeit für die Bäuerinnen und Bauern gelingen.“

Broidl will Ausbau der Herkunftskennzeichnung forcieren

Noch mehr als bisher will man die Österreicherinnen und Österreicher für die heimischen Qualitätslebensmittel gewinnen. „Verbesserungen bei der Herkunftskennzeichnung sind dabei von entscheidender Bedeutung, damit sich jeder auch in der Gemeinschaftsverpflegung und bei Verarbeitungsprodukten für heimische Produkte entscheiden kann“, so Broidl, der die von den Jungbauern unterstützte LKÖ-Initiative „Gut zu wissen – Wo unser Essen herkommt“ als Positivbespiel hervorhob. Was bisher punkto Milch, Fleisch und Eier auf freiwilliger Basis geschieht, sollte künftig verpflichtend kommen, so der Jungbauern-Obmann. Moosbrugger erwähnte in diesem Zusammenhang auch, dass er mit dem Handel gezielte Gespräche führen möchte, um die Position der Bäuerinnen und Bauern und damit auch deren Anteil an der Wertschöpfungskette zu verbessern.

Als problematisch werden die überbordenden, praxisfernen Produktionsauflagen, große Beutegreifer wie der Wolf und die zunehmende Klimaverschlechterung gesehen. „Die Land- und Forstwirtschaft ist einer der hauptbetroffenen Sektoren. Das haben Dürre, Stürme und Schädlingskalamitäten im Vorjahr zu unserem Leidwesen gezeigt. Gleichzeitig sind wir aber auch Teil der Lösung und leisten bereits jetzt einen großen Beitrag, wie eine Vielzahl von Initiativen und Vorstößen beweist“, führte Jungbauern-Generalsekretär Andreas Kugler aus. „Zukunftschancen sehen wir im Bereich der Bioökonomie, also der Nutzung nachwachsender anstelle fossiler Rohstoffe.  Dadurch kann und muss es gelingen, einerseits Klimaschutz zu betreiben und andererseits auch neue Absatzmärkte für unsere Bäuerinnen und Bauern zu gewinnen“, erklärte Moosbrugger.

 

V.l.n.r.: Jungbauern-Generalsekretär Andreas Kugler, LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger, Jungbauern-Bundesobmann Franz Xaver Broidl / Fotonachweis: LKÖ / Magdalena Hofer

Arbeitsgespräch Jungbauernschaft LKÖ (c) LKÖ_Magdalena Hofer