Jungbauern – SPAR Protestaktion

26. Februar 2020

Preispolitik des Handels zerstört zukünftigen Hofübernehmern die Perspektiven

Österreichweite Protestaktionen vor SPAR-Zentralen

(Wien, 26. Februar 2020) Heute ist es auch in Österreich so weit. Über 3000 Bäuerinnen und Bauern, darunter auch unzählige Jungbauern, blockierten in mehreren Bundesländern die Zentrallager von SPAR Österreich, da ein Entgegenkommen bei den Preisverhandlungen ausgeblieben ist. Die Protestaktion des Österreichischen Bauernbunds wurde tatkräftig von der Österreichischen Jungbauernschaft unterstützt. „Wir fordern ein Umdenken bei der Einkaufs- und Preispolitik der Handelsriesen“, so Franz Xaver Broidl, Bundesobmann der Österreichischen Jungbauernschaft. SPAR Österreich hat sich trotz Bemühungen und Verhandlungen im Vorfeld vor allem im Milchsektor gegen unsere kleinstrukturierten Familienbetriebe entschieden. Die Proteste sollen auf die unfaire Preispolitik aufmerksam machen. „Die Praktiken des Handels zerstören unsere nachhaltige Landwirtschaft und nehmen uns Jungbäuerinnen und Jungbauern als angehende Hofübernehmer eine faire Chance für unsere Zukunft“, so Broidl.

SPAR handelt auf Kosten der Hofübernehmer

„Der stetige Druck wachsender Anforderungen ohne dementsprechende Abgeltung macht es für unsere heimischen Familienbetriebe und für uns künftige Hofübernehmer schlichtweg unmöglich, optimistisch in die Zukunft zu blicken“, sagt Broidl. „Von uns Bäuerinnen und Bauern wird immer mehr gefordert. Das geht sich so nicht aus.“ Zudem wird den Bauernfamilien in Hinblick auf den Klimawandel eine bedeutende Rolle zugeschrieben. „Der Handel muss endlich erkennen, dass die heimische Landwirtschaft Teil der Lösung ist und nicht das Problem. Es ist an der Zeit, dass wir Bauern zu offensiveren Maßnahmen greifen“, so der Jungbauern-Bundesobmann zu den organisierten Bauernprotesten vor SPAR-Zentrallagern und Geschäften.

Für eine faire Zukunft fordern wir:

Stoppt die „chronische Aktionitis“ der Handelsriesen

„Wir fordern deshalb einen Stopp der chronischen Aktionitis bei heimischen Lebensmitteln, denn höchste Qualität muss seinen Preis haben“, so Broidl. Diese Forderung strebt keine Verteuerung von Lebensmitteln an, sondern verlangt, dass der Handel die Gewinne auch dementsprechend weitergibt. „Rabattschlachten gehen nicht nur auf Kosten unserer Bauernfamilien, sondern auch auf Kosten des Umwelt-, Klima- und Tierschutzes“, so Broidl.

Österreichbonus gefordert

Um unserer Vorreiterrolle beim Umwelt- und Tierschutz weiter gerecht werden zu können, braucht es eine faire Preisgestaltung. „Wie können wir Bauern den steigenden Anforderungen unserer Konsumgesellschaft gerecht werden, wenn zeitgleich unsere heimischen Produkte zu Schleuderpreisen im Handel verfügbar sind?“, so Broidl. Es ist höchste Zeit für eine Veränderung.

Aus für rot-weiß-rote Fähnchen

Das Aus für das unsägliche Spielchen mit den rot-weiß-roten Fähnchen auf Lebensmitteln aus dem Ausland wird ebenso gefordert. Wir brauchen eine praxistaugliche Umsetzung. Es darf nur Österreich draufstehen, wo Österreich drinnen ist – alles andere ist Konsumententäuschung.

 

Forderungsliste