Vorreiterrolle im Tierwohl weiter ausbauen

29. Oktober 2020

Nachhaltige Zukunft durch Anreize statt Verbote

(Wien, 28. Oktober 2020) Österreich ist Pionier im Bereich der Tierwohl- und Lebensmittelstandards. Um diese Vorreiterrolle weiter auszubauen, haben Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, der Dachverband der Nachhaltigen Tierhaltung Österreich, die einzelnen Verbände und Vertreter der Landes-Landwirtschaftskammern den „Pakt für mehr Tierwohl in der produzierenden Landwirtschaft“ beschlossen.

„Auch bei uns Jungbauern wird artgerechte Tierhaltung großgeschrieben. Wir stehen für eine nachhaltige und zukunftsfitte Landwirtschaft. Hierzu zählt auch unsere hohen Standards im Tierwohl-Bereich weiter auszubauen und so den Anforderungen der Konsumentinnen und Konsumenten nachzukommen“, erklärt der Bundesobmann der Österreichischen Jungbauernschaft Franz Xaver Broidl und begrüßt die aus dem Pakt hervorgehende Förderung für tierwohlgerechte Investitionen in der Höhe von 120 Millionen Euro jährlich.

Anreize schaffen statt Verbote erteilen

„Es ist ganz im Sinne von uns Jungbauern, den Wünschen der Konsumenten nachzukommen. Hier braucht es aber das richtige Anreizsystem und dementsprechende Unterstützungen, um die Möglichkeit zu schaffen, unsere hohen Standards weiterhin zu verbessern“, erklärt Pia Eßl, Generalsekretärin der Österreichischen Jungbauernschaft. Meist sind Verbesserungen mit hohen Investitionskosten verbunden, welche vor allem im Zusammenhang mit baulichen Änderungen auftreten. Neben den Anreizen für den Neu- bzw. Umbau von tierwohlgerechten Ställen wird es zudem Unterstützung bei laufendem Aufwand für mehr Tierwohl geben – hierunter versteht man allem voran die Unterstützung für Weidehaltung und den Mehraufwand für Einstreubedarf in der „Tierwohl-Stallhaltung“ in der Rinder- und Schweinemast.

Ausbau von Qualitätsprogrammen

Weiters soll die österreichische Kalbsfleischstrategie die Bedarfsdeckung aus regionaler Produktion erhöhen und somit die Kälbertransporte deutlich reduzieren. Ermöglicht wird das vor allem durch die Aufnahme der Qualitätsstandards „Vollmilchkalb“ und „Kalb rosé“ ins AMA-Gütesiegel. Als weiterer Eckpfeiler des Paktes gilt auch die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik hin zu mehr Tierwohl und der Aufbau eines Österreichischen Tiergesundheitsdienstes. „Der Tierwohl-Pakt und der Ausbau von Qualitätsprogrammen ist ein starkes Zeichen für die heimische Landwirtschaft. Wir kommen den Anforderungen der Konsumenten gerne entgegen, dieser Mehraufwand muss für uns Bäuerinnen und Bauern aber dementsprechend abgegolten werden. Die Letztentscheidung für mehr Tierwohl liegt somit nach wie vor in hohem Ausmaß bei den Konsumenten, welche unsere Produkte auch kaufen“, fordern Eßl und Broidl die Konsumenten abschließend zum Griff zu regionalen und saisonalen Lebensmitteln auf.